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Kaiserschnitt: Fragen, Antworten und Tipps

Egal ob ihr euch gerade über die anstehende Geburt informiert oder ob euch ein Kaiserschnitt bevorsteht: Als werdende Eltern gehen euch sicher viele Fragen zum Kaiserschnitt durch den Kopf. Diese wollen wir klären und haben euch die Antworten erfahrener Expert:innen zusammengestellt.

7min Lesezeit Mär 22, 2022

Damit ihr einen noch besseren Überblick bekommt, kann euch ein aufklärendes Gespräch mit eurem oder euerer Frauenarzt:in, dem Ärzteteam der Klinik oder eurer Hebamme helfen, die für alle fachlichen Fragen (z.B. über Schmerzen, Schmerzmittel, Narkosemöglichkeiten) rund um den Kaiserschnitt die richtigen Ansprechpartner sind. Dazu gehören auch persönliche Wünsche zum Ablauf der Geburt: Wie kann mein Lebenspartner eingebunden werden? Kann ich mein Baby direkt nach Geburt an die Brust legen?

Vielleicht kennt ihr auch schon andere Mütter bzw. Eltern, die eine Geburt per Kaiserschnitt hatten und könnt euch mit ihnen austauschen. Erfahrungsberichte können euch mehr Sicherheit geben.

Kaiserschnitt: Woher kommt der Name?

Die Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt. Der römische Diktator Julius Caesar soll angeblich aus dem Leib seiner Mutter „geschnitten“ worden sein. Das lateinische Verb „caedere“ bedeutet u. a. „schneiden“. Vom Namen „Caesar“ leitet sich das deutsche Wort „Kaiser“ ab, so dass „Kaiserschnitt“ (lateinisch „Sectio caesara“, manchmal auch verkürzt „Sectio“ genannt) zum Synonym der operativen Geburtshilfe wurde.

Der Schnitt beim Kaiserschnitt

Bei einem Kaiserschnitt kommt das Baby nicht über den natürlichen Geburtsweg zur Welt. Es wird über einen chirurgischen Einschnitt in die Bauchdecke und Gebärmutter der Mutter auf die Welt geholt. In deutschsprachigen Ländern erfolgt dazu ein Querschnitt im Unterbauch an der Schamhaargrenze. Der Kaiserschnitt dauert ca. eine Viertelstunde bis Stunde. Schicht für Schicht wird die Bauchdecke geöffnet (Hautschicht, Fett, Bauchmuskeln und Bauchfell). Mit einem kürzeren Schnitt wird danach die Gebärmutter eingeschnitten und gedehnt. Euer Baby wird dann vorsichtig aus der Gebärmutter gehoben. Anschließend wird die Plazenta (der Mutterkuchen) entnommen und die Wunde sorgfältig vernäht.

Was versteht man unter einem „sanften Kaiserschnitt“?

Neben dem üblichen Bauchschnitt, der auch „Bikini-Schnitt“ genannt wird, gibt es die so genannte „Misgav-Ladach-Sectio“, eine Methode die als „sanfter” Kaiserschnitt bezeichnet wird. Dabei werden die unteren Hautschichten des Bauchs nur in der Mitte eingeschnitten und der Rest von den Geburtshelfern so gedehnt, dass das Baby entbunden werden kann. Das klingt unangenehm, die Operationswunde heilt aber schneller und es kommt seltener zu Komplikationen. Manche Krankenhäuser bieten diese Form des Kaiserschnitts an, damit Eltern die natürlichen Umstände der Geburt genießen können.

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Primäre Sectio und sekundäre Sectio: Was ist der Unterschied?

Auch schon vor dem Geburtstermin kann es Gründe geben, die dafür sprechen, euer Kind durch einen geplanten Kaiserschnitt auf die Welt zu holen.

Der primäre Kaiserschnitt (primäre Sectio) wird bereits geplant, bevor die Geburt begonnen hat. Also vor Blasensprung und Wehen. Auch der Wunschkaiserschnitt ist ein primärer Kaiserschnitt.

Es gibt „relative“ und „absolute“ medizinische Gründe (Indikationen) für einen geplanten, (primären) Kaiserschnitt (primäre Sectio):

  1. Absolute Indikation: Ein Kaiserschnitt wird unausweichlich notwendig, wenn das Leben von Mutter oder Kind durch eine natürliche Geburt in Gefahr geraten würde. Dazu gehören zum Beispiel:
    • Querlage des Babys
    • Vorerkrankungen der Mutter (Gebärmutteroperationen, HIV-Infektion, Schwangerschaftsvergiftung)
    • Eine Erkrankung des ungeborenen Kindes oder Probleme mit der Plazenta
    • Mehrlingsgeburten (Drillinge und mehr)
  2. Relative Indikation: Die Gründe einer relativen Indikation sind situationsabhängig. Hierzu gehören beispielsweise:
    • Wenn ein Missverhältnis zwischen der Größe des Babys und dem Becken der Mutter besteht, das Schwierigkeiten bei der natürlichen Geburt erwarten lässt.
    • Wenn das Baby in Beckenendlage liegt. Hierbei muss nicht in allen Fällen ein Kaiserschnitt gemacht werden, aber die Lage birgt Risiken, die man abwägen muss. Dann wird häufig zum Kaiserschnitt geraten.

Die Entscheidung zu einem sekundären Kaiserschnitt (sekundäre Sectio) hingegen fällt erst nach Beginn der Geburt. Das heißt, die Wehen haben bereits eingesetzt oder die Fruchtblase ist gesprungen. Auch bei der laufenden Geburt kann ein Kaiserschnitt notwendig werden, wenn das Wohl, von Mutter oder Kinde gefährdet sind. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe wie:

  • ein Geburtsstillstand durch mangelnde Drehung des Babykopfes,
  • nachlassende Herztöne des Babys oder
  • ein drohender Sauerstoffmangel beim Baby.

Der Notkaiserschnitt (Notsectio)

Ein Notkaiserschnitt kann primär (vor Geburtsbeginn) oder sekundär (während der Geburt) notwendig werden, wenn eine akute Lebensgefahr für Mutter oder Kind besteht und dringend gehandelt werden muss. Von der Entscheidung zu einem Notkaiserschnitt und der Entbindung sollten nicht mehr als 20 Minuten vergehen. Weil es am schnellsten geht, erfolgt ein Notkaiserschnitt unter Vollnarkose. Die üblichen Vorbereitungen auf die Operation (wie z.B. die Rasur und das Legen eines Blasenkatheters) fallen bei einem Notkaiserschnitt weg, da man wertvolle Zeit sparen muss. Ein Notfallkaiserschnitt kommt zum Glück nur sehr selten vor, folgende Gründe können ihn aber notwendig machen:

  • eine schwere, schwangerschaftsbedingte Erkrankung der Mutter (z.B. HELLP-Syndrom, Eklampsie mit Krampfanfall)
  • eine vorzeitige Plazentaablösung
  • ein Abfall der kindlichen Herztöne

Weitere wichtige Fragen zum Kaiserschnitt

Risiken, erste Bindung, Gesundheit - zum Kaiserschnitt habt ihr sicher noch viele weitere Fragen. Wir haben die Antworten:

Ist eine natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt noch möglich?

Neue Operationsmethoden und der allgemeine medizinische Fortschritt machen es möglich, das zweite Kind auf natürlichem Weg zur Welt zu bringen. Die Wahrscheinlichkeit, dass auf einen Kaiserschnitt ein zweiter folgt, ist allerdings nach wie vor recht hoch. Meist wird beim zweiten Mal die bereits bestehende Narbe wieder geöffnet, damit es bei einer einzigen Narbe bleibt.

Wann darf ich nach einem Kaiserschnitt Nachhause?

Die Genesung nach einem Kaiserschnitt dauert insgesamt etwa 6 Wochen. Je nachdem, wie gut es den frisch gebackenen Müttern geht, bleiben sie meistens 3 bis 5 Tage im Krankenhaus. In der Regel kann die Heimreise mit dem neuen Familienmitglied angetreten werden, nachdem die Fäden gezogen wurden.

Kaiserschnitt – Wie lange hat man Schmerzen?

Der Kaiserschnitt wird üblicherweise mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt, so dass die Operation keine Schmerzen verursacht. Danach musst du allerdings mit Wundschmerzen rechnen, die dir in den ersten Wochen nach der Geburt zu schaffen machen können. Bei einer natürlichen Geburt hast du leichte bis starke Schmerzen während des Geburtsprozesses.

Kaiserschnitt – Wie lange sollte man nach dem Kaiserschnitt bis zur nächsten Schwangerschaft warten?

Experten empfehlen, nach einem Kaiserschnitt mindestens ein Jahr zu warten. Sprich am besten mit deinem oder deiner Ärzt:in, wenn du schon bald nach der Geburt wieder schwanger werden möchtest. Denn wenn du dich gut fühlst und aus medizinischer Sicht nichts dagegenspricht, kannst du deine Familienplanung nach Wunsch umsetzen.

Erfahrt alles über das Wochenbett nach einem Kaiserschnitt.

Erfahrt alles über die Ernährung von Kaiserschnittbabys.

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Vorbereiten auf den Kaiserschnitt

Bei einer Kaiserschnitt OP gibt es sicher vieles, was du vorher wissen willst. Alle Fragen, die dir auf dem Herzen liegen, kannst du in vorbereitenden Gesprächen mit dem Ärzteteam der ausgewählten Klinik ausführlich besprechen.

Wir geben dir Tipps, wie du dich auf einen geplanten Kaiserschnitt einstellst und Infos, was du vorher wissen solltest.

  1. Lernt euere Klinik kennen

    Der erste Eindruck zählt. Besucht gemeinsam die Kliniken, die für euch in Frage kommen. Viele bieten Info-Abende für werdende Eltern an. Mit ein paar einfachen Fragen erkennt ihr schnell, wo ihr euch besonders gut aufgehoben fühlt.

    Hier ein paar mögliche Fragen, die ihr gerne ergänzen könnt:

    • Wie empfindet ihr die Atmosphäre in der Klinik allgemein?
    • Wie verhält sich das Krankenhauspersonal euch gegenüber?
    • Gibt es zusätzliche Kurs- und Informationsabende?
    • Gibt es ggf. eine Kinder-Intensivstation?
    • Ist Rooming-in vorgesehen? Gibt es auch die Möglichkeit, das Baby stundenweise in ein Neugeborenenzimmer zu geben?
    • Sagt euch die Regelung der Besuchszeiten zu?
    • Dürfen Partner über Nacht bleiben bzw. gibt es Familienzimmer?
    • Gibt es Frühstücksbuffet oder feste Frühstückszeiten?
    • Wird das Stillen aktiv gefördert? Gibt es eine Stillberaterin?
    • Dürfen Partner mit in den Operationssaal?
  2. Packliste für die Kliniktasche beim Kaiserschnitt

    Am besten ist es für werdende Mütter, die Kliniktasche schon einige Zeit vor der Geburt und dem geplanten Kaiserschnitt-Termin zu packen.

    Bei einem Kaiserschnitt solltest du mit einem Klinikaufenthalt von fünf bis sieben Tagen rechnen. Erkundige dich am besten vorher bei deiner Klinik, welche Dinge dir auf der Entbindungsstation zur Verfügung gestellt werden, das ist nämlich ganz unterschiedlich. Normalerweise gibt es dort aber Stilleinlagen, Vorlagen, Einmalunterhosen, Brustwarzensalben etc.

    Dies ist die Packliste für die Kliniktasche beim Kaiserschnitt:

    • Einweisungsschein vom Arzt, Krankenkassenkarte, Mutterpass, Personalausweis
    • Heiratskurkunde bzw. Geburtsurkunde und Vaterschaftsanerkennung für die standesamtliche Anmeldung deines Babys direkt in der Klinik
    • Hausschuhe
    • Gemütliche Oberteile, die sich zum Stillen vorne öffnen lassen
    • Gemütliche weite Hosen
    • Strickjacke oder ähnliches
    • Komfortable, dehnbare Slips, die nicht auf deine Kaiserschnittnarbe drücken.
    • Still-BHs und Stilleinlagen
    • Deine Kulturtasche mit Pflegprodukten für Zähne, Haut und Haar
    • ein Fön
    • Bodys, Strampler, Jäckchen und Hosen für dein Baby in Gr. 50/56
    • Söckchen und Mützchen
    • Babydecke und Spucktücher
    • Wickeltasche mit Windeln und Feuchttücher/ Waschlappen
    • Warme Kleidung & Babyschale für den Weg Nachhause bzw. ein Kinderwagen für den Heimweg zu Fuß
    • Wechselwäsche für Partner, bequeme Kleidung, evtl. Schalfanzug & Kulturtasche
    • Smartphone, Ladekabel, Kopfhörer
    • Geld für Cafeteria
    • Gegebenenfalls (FFP2-)Maske und Desinfektionsmittel
    • …… Platz für Ergänzungen :)
  3. Lernt euere Klinik kennen

    Auch wenn ein Kaiserschnitt bevorsteht: Lasst euch den Geburtsvorbereitungskurs nicht entgehen – sei es online oder vor Ort. Ihr erfahrt nicht nur alles rund um die natürliche Geburt. Es gibt außerdem viele hilfreiche Informationen zum Ablauf eines Kaiserschnitts. Und es wird wertvolles Hebammenwissen vermittelt, z. B. über Entspannungsübungen bei der Geburt oder das anschließende Stillen. Auch ganz wichtig: Ihr könnt euch mit anderen werdenden Eltern austauschen und neue Kontakte knüpfen.

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