Schwangerschaft
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Der Mutterpass

Das ab jetzt für die werdende Mama wichtigste Dokument, welches du am besten immer dabei hast!

5min Lesezeit Mai 16, 2022

Im Mutterpass hält der Arzt/ die Ärztin alle wichtigen Daten über die Entwicklung des Babys in der Schwangerschaft fest.

Als werdende Mama trägst du den Mutterpass am besten immer bei dir und nimmst ihn auch zu allen Untersuchungen, Arztterminen und zur Geburt mit. So kannst du im Notfall gezielter versorgt werden und er hilft dabei, Risiken zu vermeiden.

Ab wann bekommt man den Mutterpass?

Der Mutterpass wird der Schwangeren so früh wie möglich vom Frauenarzt – also meistens gleich nach Feststellen der Schwangerschaft – ausgestellt. Er hat mehrere Seiten im DIN A6 -Format und genügend Platz, um zwei Schwangerschaften darin zu erfassen.

Beim Gemeinsamen Bundesausschuss kannst du dir auch eine Ansicht des Mutterpasses herunterladen.

Schwangere  beim Arztbesuch | Babyservice

 

Für was ist der Mutterpass gut?

Mit den Angaben im Mutterpass kann der Arzt prüfen, ob euer Kleines gesund größer wird. Lage des Kindes, Gewicht, Größe – Im Mutterpass hält der Frauenarzt alle wichtigen Daten und Untersuchungsergebnisse von der werdenden Mama und dem Baby fest.

Der Mutterpass: Was steht drin?

Zugegeben, die ganzen medizinischen Fachbegriffe und Abkürzungen im Mutterpass sind für Nicht-Mediziner meistens schwer zu verstehen. Aber traut euch ruhig, beim Arzt nachzufragen, wenn euch etwas unklar ist.

Auch wir wollen euch dabei helfen, den Inhalt des Mutterpasses zu verstehen und werden euch auch die Mutterpass-Abkürzungen auf den einzelnen Seiten kurz erklären.

Seite 2/3/4 - Serologische Untersuchungen: Blutgruppe, Antikörper, Röteln

Serologische Untersuchungen betreffen das Blut der Mutter und werden durchgeführt, sobald feststeht, dass eine Schwangerschaft vorliegt. Auch Abstriche werden gemacht und untersucht. Einige werden im Laufe der Schwangerschaft wiederholt oder erst später vorgenommen.

Unter anderem wird dabei die Blutgruppe der Mutter ermittelt, ob sie ausreichend gegen Röteln geschützt ist und nicht an bestimmten Infektionskrankheiten leidet, die dem Baby schaden könnten. So wird sichergestellt, dass es euerem Kind und auch der Mama gut geht.

  • RhD: Rhesusfaktor der Blutgruppe, es gibt den Rhesusfaktor positiv oder negativ
  • LSR: Lues-Such-Reaktion (Untersuchung auf die Geschlechtskrankheit Syphilis)
  • HBs-Antigen: Untersuchung auf eine infektiöse Leberentzündung (Hepatitis B)
Der Mutterpass Seite 2 | BabyserviceDer Mutterpass Seite 3 | Babyservice

 

Seite 4 – Vorangegangene Schwangerschaften

Im Mutterpass stehen alle wichtigen Infos zu vorangegangenen Schwangerschaften, z. B. wie die Geburt verlief oder ob es bereits eine Abtreibung oder eine Fehlgeburt gab. Risiken können so leichter erkannt und Schwierigkeiten vermieden werden.

  • SS: Schwangerschaft
  • SSW: Schwangerschaftswoche
  • HIV: der Erreger der Krankheit AIDS

Außerdem hält der:die Ärzt:in auf dieser Seite noch fest, dass er über gesundheitsschädliche bzw. förderliche Verhaltensweisen während der Schwangerschaft aufgeklärt hat.

Der Mutterpass Seite 4 | Babyservice

 

Seite 5/6 – Allgemeine Krankengeschichte: allgemeine und besondere Befunde

Mit einem 26 Punkte Fragenkatalog verschafft sich der Arzt hier einen Überblick über die allgemeine Krankengeschichte (Anamnese) und besondere Untersuchungsergebnisse (Befunde) bei der Mama.

Nur keine Sorge, wenn ein "Schwangerschaftsrisiko" vermerkt wird. Im Gegenteil: Euer Arzt kontrolliert die Schwangerschaft dann noch genauer. Wenn ihr Zwillinge erwartet oder wenn du als Mama älter als 35 Jahre bist, wird das schon als Risiko eingestuft. Ein Problem ist es aber nicht.

Auch der voraussichtliche Geburtstermin wird hier vermerkt. Die Kinder kommen aber oft erst etwas später zur Welt.

  • ZNS: Zentrales Nervensystem
Der Mutterpass Seite 5 | BabyserviceDer Mutterpass Seite 6 | Babyservice

 

Doppelseite 7/8 – Gravidogramm

Hier trägt euer Arzt die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen bis zur Geburt übersichtlich ein, um zu sehen, ob alles nach Plan verläuft. Dabei werden Daten von der Mutter (Gewicht, Blutdruck oder Laborergebnisse) und von eurem Baby dokumentiert.

Für Nicht-Mediziner ist vieles davon nicht gleich zu verstehen. Fragt ruhig nach, wenn euch etwas unklar ist.

  • Fundusstand: Bezeichnet die Höhenlage der Gebärmutter
  • Kindslage: SL ist die Schädellage, BEL-Becken-Endlage, QL Querlage. Die Lage des Kindes wird aber erst ab der 26. Schwangerschaftswoche interessant, vorher dreht es sich noch häufig.
  • Ödeme: Wasseransammlungen im Gewebe
  • Varikosis: Krampfadern
  • RR: Blutdruckmessung, oberer und unterer Wert
  • Hb: Hämoglobin, die roten Blutkörperchen sind wichtig für den Eisenwert im Blut. So kann ein Eisenmangel festgestellt werden.
Der Mutterpass Seite 7 & 8 | Babyservice

 

Seite 9 – Cardiotokographische Befunde

Hier stehen Besonderheiten und Ergänzungen zu der allgemeinen und besonderen Krankengeschichte, z. B. Befunde zusätzlicher Untersuchungen im Rahmen der Pränataldiagnostik. Die werden aber nur durchgeführt, wenn besondere Risiken bestehen.

Es werden auch Auffälligkeiten bei Messungen mit dem Herzton-Wehen-Schreiber (Cardiotokograph, CTG) festgehalten. Dieses Ultraschall-Gerät zeichnet die Herztätigkeit des Kindes oder Wehenbereitschaft auf. Es gehört meistens zur Vorsorgeroutine und wird etwa ab der 25. Woche durchgeführt.

Wenn die Mutter während einer Schwangerschaft in ein Krankenhaus muss, werden alle Informationen des Aufenthalts auf dieser Seite vermerkt.

Der Mutterpass Seite 9 | Babyservice

 

Seite 10-12 – Ultraschalluntersuchungen

Durch Ultraschalluntersuchungen kann euer Arzt:in feststellen, ob sich euer Kind gesund entwickelt. Drei Termine sind dafür vorgesehen, die von der Krankenkasse bezahlt werden. Da es kein Risiko für das Baby birgt, können auch weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Beim ersten Ultraschall (9. - 12. Woche) erkennt euer Arzt:in, ob sich der Embryo richtig in der Gebärmutter eingenistet hat. Beim Zweiten (19. - 22. Woche) kann er mögliche Fehlbildungen feststellen. Bei der letzten Untersuchung (29. - 32 Woche) wird die gesunde Entwicklung eures Kindes überprüft. Herzaktivität, Wachstum und Lage wird bei allen Ultraschalluntersuchungen kontrolliert.

  • FS: Fruchtsackdurchmesser
  • SSL: Scheitel-Steiß-Länge, also Länge des Babys vom Kopfende bis zum Steißende.
  • BPD Biparitaler Durchmesser, also der Durchmesser des Köpfchens.
  • FOD: Fronto-okziptaler Durchmesser: also der Längsdurchmesser des Köpfchens.
  • KU: Kopfumfang des Babys
  • ATD: Abdomenquerdurchmesser: seitliche Messung des Babybauchs.
  • APD: Anterior-posteriorer Durchmesser: Der Babybauch wird von vorne nach hinten gemessen.
  • AU: Abdomenumfang: Umfang des Babybauchs
  • FL/HL: Femurlänge/Humeruslänge: Das ist die Länge des Oberschenkelknochens (Femur) und des Oberarmknochens (Humerus).
Der Mutterpass Seite 10 & 12 | Babyservice

 

Seite 13 – Wachstumsverlauf

In den Normkurven wird das Wachstum eures Babys genau festgehalten. Damit wird sein Entwicklungsstand kontrolliert und der Geburtstermin genauer ermittelt.

Die Normkurven sind mit Kürzeln bezeichnet.

  • SSL bedeutet Scheitel-Steiß-Länge
  • BPD steht für den Querdurchmesser des Babykopfes
  • ATD für den Querdurchmesser seines Bauches.
Der Mutterpass Seite 13 | Babyservice

 

Seite 14 – Weiterführende Ultraschall-Untersuchungen

Falls es bei den vorhergegangenen Ultraschalluntersuchungen Auffälligkeiten gab, hat der Arzt/ die Ärztin hier die Möglichkeit, weitere Ultraschall-Untersuchungen durchzuführen und die Ergebnisse zu vermerken.

Der Mutterpass Seite 14 | Babyservice

 

Seite 15 – Abschlussuntersuchungen (Epikrise)

Auch Geburt und Besonderheiten bei Nachsorgeuntersuchungen im Wochenbett werden dokumentiert und die Ergebnisse in der Abschlussuntersuchung notiert, z. B. wie euer Baby entbunden wurde. Es werden Tests durchgeführt, z. B. der Apgar-Test. Er zeigt, wie gut euer Baby die Entbindung überstanden hat und wie vital es ist.

Der Mutterpass Seite 15 | BabyserviceDer Mutterpass Seite 16 | Babyservice

 

Es ist also alles gar nicht so geheimnisvoll. Fragt einfach immer, wenn ihr etwas wissen möchtet. Zwischen den Arztbesuchen notiert ihr am besten alles Ungewöhnliche, damit ihr euren Arzt:in beim nächsten Termin darauf ansprechen könnt.

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